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Ergebnisse der Lehrerbefragung

Anlässlich der Seitenstark-Befragung von 2007 wurden auch Lehrerinnen und Lehrer gebeten, ihre Erfahrungen mit Mobbing zu schildern.Wegen der geringen Anzahl der eingegangenen Fragebögen geben die hier präsentierten Ergebnisse lediglich Eindrücke wieder und können nicht verallgemeinert werden.

Mobbing ist eine alltägliche Erfahrung. Fast alle Lehrerinnen und Lehrer geben an, dass beleidigen, beschimpfen, schlecht machen oder ausgrenzen regelmäßig vorkommt, in mehr als der Hälfte aller Fälle sehr oft, d.h. mehr als achtmal innerhalb von zwei Monaten. Andere Formen von direktem Mobbing (andere einschüchtern, erpressen, unter Druck setzen, Sachen beschädigen, verbal sexuell belästigen u.a.) kommen bei mehr als der Hälfte der Befragten häufig vor.

Von Cybermobbing berichten überraschend viele Befragte. Es wird über 38 Fälle berichtet; bei der Schülerbefragung gaben 19,9 Prozent an, innerhalb der vergangenen zwei Monate Opfer von Cybermobbing geworden zu sein.

Mobbing nimmt zu. Besonders verbale Auseinandersetzungen (beschimpfen, beleidigen, provozieren) und Cybermobbing wird immer häufiger beobachtet. Wie die Schüler berichten die Lehrer, dass Täter und Opfer meist in einer Klasse sitzen.

Nach Meinung der Lehrer findet Mobbing ungefähr gleich häufig im Klassenzimmer, in anderen Räumen der Schule, auf dem Schulhof oder auf dem Schulweg statt. Dies wird durch die Befragung die Schülerbefragung nicht bestätigt: Hier zeigt sich eindeutig, dass bei weitem am häufigsten im Klassenzimmer gemobbt wird. Möglicherweise gibt es eine Dunkelziffer von Fällen, die Lehrer nicht mitbekommen.

Auch Lehrer werden von Schülern gemobbt. Von Beleidigungen und Beschimpfungen ein- bis zweimal in der Woche berichten ein Viertel der Befragten. Knapp noch einmal so viele werden häufiger verbal gemobbt. Verbale Drohungen und Beschädigung ihres Eigentums erleben mehr als 15 Prozent der Befragten mindestens einmal in der Woche, meist häufiger. Opfer von Cybermobbing werden zehn Prozent der Befragten mindestens einmal in der Woche.

Eingreifen gegen Mobbing: Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, bei Mobbing die Täter energisch aufzufordern, mit dem Mobbing aufzuhören. Ebenso viele fragen nach, warum die Schüler mobben, und noch einmal so viele ziehen sofort eindeutige Grenzen. Dann folgen Maßnahmen wie Androhung einer Strafe (60 Prozent) oder Schüler einbeziehen zur Schlichtung (gut 50 Prozent).

Die in der Praxis erfolgreichsten Maßnahmen gegen Mobbing sind: sofort eindeutige Grenzen ziehen und andere Schüler in die Schlichtung einbeziehen. Diese Maßnahmen gelten aus Erfahrung als sehr effektiv.

Die Reaktionen der Schule auf direktes Mobbing halten nur 40 Prozent der Befragten für ausreichend. Nur 30 Prozent können von geregelten Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen berichten. Gegen Fälle von Cybermobbing sind nur die wenigsten Schulen gewappnet. Lediglich 10 Prozent der Antwortenden können eine klare Haltung ihrer Schulleitung erkennen.

Auseinandersetzung mit Mobbing fand bei 23 Prozent bereits im Studium statt. Fast 80 Prozent haben ihr Wissen in der Praxis erworben oder über Medien. Weiterbildung erfolgt zu 60 Prozent in Eigeninitiative, weniger als 40 Prozent haben eine schulinterne oder schulexterne Weiterbildung besucht.

Beantwortet wurde der Fragebogen von 233 Lehrkräften, knapp zwei Drittel davon Männer. Die Mehrheit (knapp 30 Prozent) ist an Gymnasien tätig. Die Unterrichtserfahrung schwankt zwischen sechs Monaten und 38 Jahren.

Diese Befragung wurde wissenschaftlich verantwortet und durchgeführt vom

© by zepf, Zentrum für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau; Bürgerstr. 23, 76829 Landau;
www.zepf.uni-landau.de

 
    

Ergebnis der Umfrage "Wie häufig wird gemobbt?"
-Wie häufig wird gemobbt?
-Ergebnisse der Lehrerbefragung
-Ergebnisse der Elternbefragung
-Ergebnisse der Kinderbefragung


Eine Initiative von www.mellvil.de


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